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Exportorientierte Unternehmen sind optimistischer

Donnerstag, 12. Januar 2012 / 14:29 Uhr
aktualisiert: 15:52 Uhr

International agierende Unternehmen schätzen ihre Zukunft positiver ein, als ihre Marktbegleiter auf nationaler Ebene. Nur China bildet aufgrund hoher staatlicher Stützungen eine Ausnahme.

80 Prozent der bereits im Ausland agierenden Unternehmen planen in den nächsten Jahren weitere Expansionen.

Zürich - International agierende Unternehmen melden bessere Aussichten (Umsatz- und/oder Gewinnprognosen) als solche, die sich auf den nationalen Markt beschränken. Dies ergab die aktuelle Regus Global Survey, bei der 12 000 Unternehmen weltweit befragt wurden. Die Studie zeigt, dass sich der Weg ins Ausland positiv auf die Unternehmensbilanzen auswirkt.

Weitere Expansionen geplant

Auch hinsichtlich der Zukunftspläne besteht eine Kluft zwischen den Unternehmen, die bereits international tätig sind und jenen, die sich auf ihren Heimmarkt konzentrieren. 80 Prozent der bereits im Ausland agierenden Unternehmen planen in den nächsten Jahren weitere Expansionen; bei den national tätigen Unternehmen sind es nur 42 Prozent, die den Schritt ins Ausland wagen möchten.



Herausforderungen

Als zwei der grössten Herausforderungen einer internationalen Expansion werden «Immobilien» und «Mitarbeiter» angesehen.

. 34 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass die grösste Hürde bei einer Expansion ins Ausland die Einrichtung einer Präsenz vor Ort ist.

. 63 Prozent wollen Immobilienverträge flexibel und kurzfristig halten, um auf Ertragsschwankungen reagieren zu können.

. Die Meinung zur Herkunft des Führungsteams in der neuen Geschäftsstelle ist geteilt: 53 Prozent bevorzugen Manager aus dem Herkunftsland des Unternehmens, 47 Prozent favorisieren ein lokales Management.


. In Bezug auf die Sprache der Geschäftsleitung gehen die Meinungen ebenfalls auseinander: Eine Hälfte der Befragten (48 Prozent) setzt fliessende Sprachkenntnisse in der lokalen Sprache voraus, die andere nicht.


Garry Gürtler, General Regional Manager Balkan, CEE & CIS bei Regus, erklärt:«Dieser Bericht zeigt, dass Unternehmen, die bereits den Schritt ins Ausland gewagt haben, besser aufgestellt sind, als jene, die nur auf dem lokalen Markt vertreten sind. Dies gilt sowohl für kleine und mittelgrosse als auch für grosse Betriebe und sollte für die Firmen, die nur in nationalen Märkten tätig sind, als Weckruf gelten. Sie sollten effektive und kosteneffiziente Wege finden, das Geschäft ins Ausland zu verlagern, um Gewinne zu maximieren und Risiken besser zu verteilen. Die Einschätzung, dass Immobilien und Mitarbeiter die grössten Herausforderungen darstellen, stimmt nur teilweise mit der Wirklichkeit überein.» Die weltweite Verfügbarkeit von flexiblen Arbeitsplatzlösungen erlaube es jedem Unternehmen, kurzfristig und kostengünstig einen Standort in einem neuen Markt zu eröffnen. Personalentscheidungen bedürften im Gegensatz dazu weit grösserer Aufmerksamkeit. Die Entscheidung zwischen einem Führungsteam aus dem jeweiligen Land und aus dem Herkunftsland des Unternehmens hingen davon ab, wie der Grossteil des Umsatzes erzielt werde - über lokale Partner oder im direkten Kundenkontakt, sagt Gürtler.


Ausnahme China

Interessanterweise ist China die Ausnahme unter den stärksten Wirtschaftsnationen. Denn hier bieten staatlich subventionierte Infrastrukturinvestitionen und Entwicklungsmassnahmen lokalen Unternehmen überproportional hohe Wachstumschancen auf dem eigenen Markt. Dieses gesteuerte Wachstum wird jedoch in naher Zukunft zu Ende gehen. Regus geht davon aus, dass chinesische Unternehmen sich dann wieder verstärkt auf das exportbasierte Wachstum konzentrieren werden.

(ms/sda)