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Freiräume wichtiger als Traumgehalt

Donnerstag, 19. April 2012 / 15:01 Uhr
aktualisiert: 18. Oktober 2013 / 16:23 Uhr

Wie eine Studie zeigt, wird die neue Generation Y die Arbeitswelt der Zukunft revolutionieren - und somit ein neues Arbeitsklima schaffen


Im Rahmen einer Studie, der «New Gen Workers in India and China», erforschte das globale Forschungsteam des nach eigenen Angaben weltweit führenden Büromöbelherstellers Steelcase WorkSpace Futures die Erwartungen und den kulturellen Hintergrund der heute 20- bis 30- Jährigen - der sogenannten Generation Y.

Rüsten für die nächste Generation

Ziel war es, die Verhaltensweisen dieser Altersgruppe bei der Arbeit zu beleuchten und Unternehmen aufzuzeigen, in welchem Ausmass sie sich intern wie extern verändern können, um den Ansprüchen dieser Generation gerecht zu werden. «Denn diese Generation wird die Arbeitskultur in den Unternehmen umkrempeln,» prognostiziert Anders Parment von der Stockholm School of Business.

Das Gesamtbild der Studie zeigt den tiefgreifenden Wandel in der Haltung und Einstellung der jungen Menschen. Die Generation Y definiert sich zum Beispiel sehr stark über Selbstbestimmung. So entscheidet sie bei der Arbeitgebersuche eher danach, ob die Arbeitsatmosphäre den Ansprüchen entsprechend gestaltet ist, als nach der Höhe des zu erwartenden Einkommens. Sie legen mehr Wert auf ihre berufliche Weiterentwicklung, eine ausgeglichene Work-Life-Balance und darauf, vom Wissen anderer zu profitieren. Mentoring ist ein wichtiger Aspekt für diese jungen Berufsanfänger.

Spitzenreiter Asien

In vielerlei Hinsicht haben China und die östlichen Staaten die westlichen Länder überholt. Die Wirtschaft Chinas boomt und das Reich der Mitte ist längst eine anerkannte Forschungsnation. Indien und China repräsentieren knapp ein Drittel der Weltbevölkerung und beeinflussen massgeblich das Wachstum der globalen Wirtschaft. Die Menschen in Asien sind so globalorientiert und vernetzt wie nie zuvor: 44 Prozent der weltweiten Internet-Nutzer kommen aus Asien, lediglich 22,7 Prozent aus Europa, 13 Prozent aus Nordamerika und 10,3 Prozent aus Lateinamerika und der Karibik.

Generation Y löst Baby Boomer ab

Asien wird künftig den globalen Wandel der Arbeit mitbestimmen und entscheiden, welche multinationalen Unternehmen erfolgreich sein werden. In China leben derzeit 218 Millionen Menschen, die zwischen 1978 und 2000 geboren wurden; in Indien 426 Millionen. Der Eintritt dieser Menschen in die Arbeitswelt in China und Indien bringt essentielle Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich. Diese als Generation Y oder «Millennials» bezeichnete Generation wird in den kommenden 20 Jahren die Generation der Baby Boomer in der Arbeitswelt ablösen und unsere Vorstellung von Arbeit massgebend beeinflussen.

Für die westliche Welt bedeutet es im «War for Talents» um die besten jungen internationalen Arbeitskräfte, dass nur diejenigen Unternehmen die Talente von morgen langfristig motivieren und an sich binden können, die die Bedürfnisse der Generation Y berücksichtigen. Unternehmen müssen verstehen, was die Generation Y antreibt, um in den globalen Märkten, in China und in Indien erfolgreich zu sein. Die Generation Y-Studie hat viele Unterschiede in den Kulturen Indiens und China aufgedeckt, die auch für multinationale Unternehmen wichtig sind. Während man zum Beispiel in der westlichen Welt bereits von «Integrated Lifestyle» spricht, setzt sich in Indien die «Work-Life-Balance» gerade durch.

Dynamischere Arbeitswelt gefordert

Auf der Grundlage von Befragungen von Angestellten in einer Reihe von multinationalen und lokalen Unternehmen in Indien und China ergaben sich folgende Anforderungen an den Arbeitsplatz: Der Wunsch nach einem Arbeitsplatz, der Spass macht, der Teamarbeit und generationenübergreifende Arbeit unterstützt. Das Büro wird nicht mehr als Ort der Arbeit, sondern als Ort kontinuierlichen Lernens, persönlichen Wachstums und des sozialen Vernetzens angesehen. «Wir glauben, dass sich Geschäftsergebnisse verbessern und die Bindung und Zufriedenheit der Angestellten erhöhen lassen, wenn der Arbeitsplatz den Arbeitenden besser unterstützt», betont Jim Keane, President Steelcase Inc. USA. «Multifunktionale Arbeitswelten fordern nutzerorientierte Arbeitsplätze, die die Flexibilität und den Austausch unter den Mitarbeitern unterstützen.»

Selbstbestimmung und Innovation wird immer wichtiger

Befragungen von internationalen Bewerbern zeigen, dass der Aspekt Gehalt immer stärker an Bedeutung verliert. «Viel wichtiger sind den Mitarbeitern mittlerweile herausfordernde Rollen, in denen sie sich einbringen und etwas verändern können sowie flexible Arbeitszeiten aber auch die Kultur eines Unternehmens», erklärt Martina Entress, Human Ressource Director der Steelcase Werndl AG. «Die früheren Hauptwerte Sicherheit und Stabilität, die bewirkten, dass Mitarbeiter - einmal im Unternehmen angefangen - für immer dort blieben und sogar ganze Generationen in Konzernen bleiben liessen, treten bei den Young-Potentials heute immer stärker in den Hintergrund.

Attraktive Arbeitsplätze fördern Erfolg

Auch werden sich diese engagierten, jungen Talente mit einem Traumgehalt oder unbefristeten Verträgen künftig nicht mehr ködern lassen. Selbstbestimmung und die Arbeitsatmosphäre sind deutlich wichtiger geworden.» Unternehmen müssen Freiraum zur Verfügung stellen, um Kreativität, Innovation und Ergebnisse zu steigern. Kreativ arbeitende Menschen sind nicht nur glücklicher und zufriedener, sie steigern auch den Geschäftserfolg. Erfolgreiche, global integrierte Unternehmen berücksichtigen die Rolle der Landeskultur sowie die Unternehmenskultur im Rahmen ihrer Arbeitsplätze weltweit. Die Steelcase «Workplace Satisfaction Survey», eine weltweite Umfrage zum Thema Zufriedenheit am Arbeitsplatz, ergab zum Beispiel, dass 89 Prozent der weltweit befragten Mitarbeiter der Meinung sind, dass der Arbeitsplatz zur Mitarbeiterbindung beiträgt. Diese finden motivierende und attraktive Arbeitsplätze wichtig.

(ms/KMU Magazin)


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