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Hurrikan - nach oben offen

Montag, 23. Mai 2016 / 16:20 Uhr
aktualisiert: 20:24 Uhr

Dass China speziell für Luxus-Hersteller im Automobilbereich immer wichtiger wird, zeigte sich auch daran, dass die italienische Audi-Tochter Lamborghini an der internationalen Autoshow in Beijing drei neue Varianten seines 'Einsteigermodells' Huracan vorgestellt hat.

Der Lamborghini Huracan Spyder hat 4-Rad-Antrieb, 610 PS und einen längs eingebauten Heck-V10-Motor mit 610 PS.

Und wenn es beim Huracan so etwas wie ein Grundmodell gibt, dann ist das wohl der neue Huracan LP 580-2, einer der letzten Supercars, welche die alte Garde ansprechen wollen: Hinterradantrieb und 580 PS Saugmotor, verpackt in einen Lamborghini-Keil mit einem Trockengewicht von unter 1389 kg (30 kg weniger als die 4WD-Variante) sollten für unterhaltsame Stunden auf einsamen Bergstrassen reichen, wenn diese denn breit genug für diese Flunder und nach Möglichkeit schön trocken sind.

Wer etwas höhere Dimensionen beansprucht und gleichzeitig noch tiefer in die Taschen greifen kann, hat die Möglichkeit, den Huracan LG 610-4 Spyder zu bestellen. Dieser hat wie praktisch alle anderen Huracans 4-Rad-Antrieb, 610 PS und einen längs eingebauten Heck-V10-Motor mit 610 PS.

Was ihn zum Spitzenmodell macht (zumindest preismässig) ist etwas, das fehlt: Ein festes Dach, welches den Insassen das Erschliessen der gefühlten dritten Dimension verwehrt, was in den flachen Lambo-Häuschen ja fast Naturgesetz ist.

17 Sekunden von 0 auf offen

Der Huracan Spyder gibt allen, die schnell mal ne Viertelmillion aufwerfen können, die Möglichkeit, ihren Skalp durch den Fahrtwind massieren, zerzausen oder epilieren zu lassen (jenseits von 280 km/h sollte das gehen). Etwas anderes ist zu dem Spyder auch noch zu sagen: Er verschärft, zumindest wenn er offen ist, das manchen etwas zu zahm gewordene Design des Huracan entscheidend, da seine Linienführung jegliche Weichheit abgestellt hat.

Zugemacht wird bei schlechtem Wetter mit einem leichten, elektro-hydraulischen Soft-Top in nur 17 Sekunden bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Obwohl bei einem Lamborghini eher 150 km/h angesagt wären. Der Top-Speed liegt bei 324 km/h und damit um einen sehr akademischen Kilometer unterhalb der verschweissten Version und braucht für den 100er-Sprint 0.2 Sekunden länger. Doch das dürfte einem nicht wirklich auffallen. Die Heckscheibe lässt sich dabei bei offenem und geschlossenem Verdeck hinauf und hinunter fahren. Bei offenem Verdeck dient es als Windschott (für jene, die sich lieber nicht den Kopf aero-epilieren lassen wollen, bei geschlossenem Verdeck lässt es einen den Motorsound voll geniessen. Für die Sicherheit sorgen versteckte Überrollbügel, die im Notfall ausfahren.

2016 ein bisschen grüner

Schliesslich wurde auch noch einmal die schon in Genf vorgestellte limitierte Edition des Huracan gezeigt, wobei es vom Huracan LP 610-4 Avio immerhin 250 Exemplare geben wird (im Vergleich zu den ein- und bestenfalls zweistelligen Auflagen der Aventador-Derivate geradezu eine inflationäre Nummer). Der Avio zeichnet sich durch spezielle, an die Luftfahrt erinnernde Graphiken und mattierte Lackierungen aus, deren Namen von den Wappen der Lehrgänge der Italienischen Luftwaffenakademie übernommen wurden.

Technisch unterscheidet sich der Avio nicht von seinen 'zivilen' Geschwistern: 610 PS-5.2-Liter-V10-Motor, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und 325 km Top-Speed sind ebenso da wie das Alu-Carbon-Hybrid-Chassis.

Alle 2016er Modelle des Huracan werden übrigens ein wenig grüner: die «Cylinder on demand» genannte Zylinderabschaltung legte einen Teil der 10 Töpfe still, wenn die Kraft nicht gebraucht wird und eine Start/Stop-Automatik hilft, im Statdverkehr, den Verbrauch um ein paar Deziliter zu reduzieren. Doch zum Ökomobil wird sich auch diese Lambo-Generation wohl kaum qualifizieren. Doch das war ja auch nicht anders zu erwarten.

 

(Patrik Etschmayer/news.ch)


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