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ALDI Suisse plant Mobilfunk-Angebot

Sonntag, 24. Juni 2007 / 22:43 Uhr

Angesichts des kommenden Schweizer Markteintritts von Erzrivale Lidl geht ALDI Suisse in die Offensive. Mit einer schnelleren Expansion will der Lebensmitteldiscounter seine Stellung festigen.

Der M-Budget-Minutentarif liegt bei 33 Rappen. Diesen Preis müsste ALDI Suisse deutlich unterbieten.

Dazu beitragen soll auch ein Mobilfunk- und ein Digitalfotoangebot. Wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin «facts» berichtet, will ALDI die Anzahl seiner Filialen in der Schweiz ausbauen und Angebote auf den Markt bringen, die Kundenbindung erzeugen - wie es mit dem geplanten Mobilfunk-Angebot der Fall sein wird.

Analog zu Deutschland, wo ALDI unter dem Namen Aldi Talk im Mobilfunk erfolgreich ist, soll «noch im Herbst» ein entsprechendes Angebot für den Schweizer Markt lanciert werden.

In Deutschland arbeitet ALDI mit dem Elektronikunternehmen Medion zusammen. Im Internet ist das Angebot unter Medionmobile.de zu finden. Seit kurzem registriert soll auch die Adresse Medionmobile.ch sein.

«facts» zitiert den Mobilfunk-Experte Ruedi Baer: «ALDI sagte von Anfang an, dass man in der Schweiz in den gleichen Bereichen aktiv sein wolle wie in Deutschland, also auch im Mobilfunk.» Aber gerade für dieses Geschäft benötige man eine Mindestanzahl von Filialen, sonst funktioniere es nicht. Baer leitet die Firma Mobilezone mit 115 Telekomfachgeschäften, allerdings wird er sich demnächst aus der Unternehmensführung zurückziehen.

Parallel zur Eröffnung neuer Verkaufsstellen - derzeit sollen es 34 sein, bis Ende will ALDI Suisse insgesamt 55 Filialen haben - hob der Discounter in den ersten vier Monaten des Jahres seine Werbeausgaben deutlich an und legte ab Mai mit Inseraten in der Sonntagspresse nach.

ALDI kommt spät

Allerdings trifft ALDI in der Schweiz auf einen Markt, der den grossen Knall im Mobilfunk-Discount-Markt schon im September 2005 erlebt hat: Damals stiegen Migros und Coop ins Handygeschäft ein. Seit dem erlebte das Prepaid-Segment einen echten Boom, Mitte Juni wies allein die Migros 360'000 Kunden aus.

Aktuell liegt der Minutentarif bei M-Budget bei 33 Rappen pro Minute. Diesen Preis müsste ALDI Suisse deutlich unterbieten, um interessant zu werden. Trotzdem gibt es Potenzial, denn die 600'000 Handy-Kunden von Migros und Coop machen erst einen Marktanteil von 7 Prozent aus.

ALDI mit sunrise?

Weil ALDI nicht über ein eigenes Mobilfunknetz verfügt, ist der Discounter auf die Zusammenarbeit mit einem der drei Schweizer Netzbetreiber angewiesen. Weil Migros mit Swisscom und Coop mit Orange zusammen arbeitet, liegt eine Kooperation mit sunrise nahe. Das sieht auch Telekom-Profi Ruedi Baer so: «Am wahrscheinlichsten scheint, dass Aldi mit Sunrise zusammenarbeiten wird.» Dabei schliesst der Mobilezone-Chef nicht auch aus, selbst als Vertriebspartner von ALDI aufzutreten.

(von Marie-Anne Winter/teltarif.ch)