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Allgemeines Risiko um 12 Prozent gesunken

Donnerstag, 22. März 2007 / 06:46 Uhr
aktualisiert: 07:02 Uhr

Anwender von Internet-Suchmaschinen sind weiterhin einem erheblichen Risiko ausgesetzt, beim Anklicken der Suchergebnisse auf gefährlichen Websites zu landen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung, die McAfee als Folgestudie eines im Mai 2006 veröffentlichten Berichts vorgelegt hat.

3 Prozent der rot oder gelb markierten Websites können schon beim blossen Aufruf ernsthaften Schaden anrichten.

Erneut hat der Hersteller mithilfe des Tools McAfee SiteAdvisorTM unter die Lupe genommen, wie häufig die fünf populärsten Suchmaschinen der USA (Google, Yahoo!, MSN, AOL und Ask) auf gefährliche Online-Präsenzen verweisen. Dieses Risiko ist zwar gegenüber der Vorgängerstudie um 12 Prozent gesunken. Dennoch gelangen Verbraucher nach den Erhebungen von McAfee pro Monat mehr als 268 Millionen Mal über Suchmaschinen auf Websites, die aus Sicherheitsperspektive bedenklich sind. Co-Autor des aktuellen Reports ist mit Ben Edelman ein anerkannter Spyware-Experte, der auch als Berater für McAfee tätig ist.

95 Prozent Abdeckung

Der McAfee SiteAdvisor nutzt ein intuitiv verständliches Ampel-Farbsystem, damit Internet-Anwender sofort erkennen können, welcher Gefährlichkeitsgrad einer Website oder einem Suchmaschinenergebnis im McAfee-Rating zugewiesen ist. Diese Bewertungen beruhen auf Tests, die der Hersteller mit eigenen Technologien unternimmt und die mehr als 95 Prozent des besuchten Internets abdecken.

Die Gefährdungsstufen

Gefährdungsstufe rot gilt für all jene Online-Präsenzen, die in mindestens einem der von McAfee angestellten Tests aufgefallen sind – sei es durch die Verbreitung von Adware, Spyware und Viren, das Ausnutzen von Browser-Sicherheitslücken, eine Beteiligung am Versand von Spam-Mails, den exzessiven Einsatz von Pop-up-Bannern oder enge Verbindungen zu anderen Websites dieser Risikoklasse. Mit grün kennzeichnet der SiteAdvisor ausschliesslich Links zu Seiten, die alle Prüfungen ohne Beanstandung durchlaufen haben. Als gelb stuft McAfee solche Websites ein, die zwar die Tests bestanden haben, aber angesichts belästigender Elemente dennoch eine entsprechende Aufmerksamkeit von Internetanwendern erforderlich machen.

Ergebnisse im Überblick

– Alle untersuchten Suchmaschinen liefern zum Teil gefährliche Ergebnisse. Am geringsten ist der Anteil von als rot oder gelb markierten Websites mit 3,6 Prozent bei AOL. Im Durchschnitt verweisen 4,4 Prozent aller angezeigten Suchergebnisse auf gefährliche Seiten.

– Für 8 Prozent der gesponserten Suchergebnisse gilt Gefährdungsstufe gelb oder rot. Das ist ein fast dreimal so hoher Anteil wie bei den natürlich generierten Suchergebnissen.

– Nicht jugendfreie Suchbegriffe führen mit 8 Prozent zu doppelt so vielen unsicheren Resultaten wie jugendfreie Anfragen, bei denen der entsprechende Anteil 4,1 Prozent beträgt.

– Bei 41 Prozent der als gefährlich eingestuften Suchergebnisse handelt es sich um Websites, die E-Mail-Adressen sammeln, um diese für den Spamversand zu missbrauchen. Jeweils ein Viertel der riskanten Ergebnisse verweisen auf Online-Präsenzen, hinter denen sich gefährliche Downloads oder Betrugsversuche verbergen (beispielsweise der Verkauf von eigentlich kostenlos verfügbarer Software wie Firefox oder Internet Explorer). 3 Prozent der rot oder gelb markierten Websites nutzen Sicherheitslücken der Browser-Software aus – eine besonders heimtückische Bedrohung, da allein der Aufruf einer solchen Seite genügen kann, damit ein PC ernsthaft Schaden nimmt. Etwas weniger als ein Drittel der gefährlichen Suchergebnisse enthalten Links zu anderen riskanten Websites. Grundsätzlich gilt für viele der analysierten Seiten, dass sie gleich in mehrfacher Hinsicht als gefährlich einzustufen sind.

Risiko etwas gesunken

Insgesamt ist das Risiko, über eine Suchmaschine auf einer gefährlichen Internetseite zu landen, um 12 Prozent gesunken. Bei alleiniger Betrachtung gesponserter Anzeigen ist der Anteil von bedenklichen Ergebnissen immer noch um fast 6 Prozent zurückgegangen.

Ausgangspunkt der neuerlichen Studie war die Auswahl von 2500 besonders häufig verwendeten Suchbegriffen, die McAfee auf Grundlage entsprechender Listen von den Betreibern der Online-Portale selbst sowie anderer Quellen aus der IT-Branche erstellt hat. Anschliessend wurden bei jeder der fünf analysierten Suchmaschinen die Resultate auf den jeweils ersten fünf Ergebnisseiten hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit untersucht.

Gefährliche Suchbegriffe

Unter den oft verwendeten, aber gefährlichen Suchanfragen stechen jene als besonders riskant heraus, die den Begriff «free»/«kostenlos» enthalten. Bei ihnen beträgt der Anteil von gelb oder rot markierten Websites im Suchergebnis immerhin 14,5 Prozent. Die Analyse von Wörtern, die im so genannten «Zeitgeist»-Ranking von Google als besonders häufig ausgewiesen werden, stellte sich die Kategorie «Elektronikspielzeuge» als aussergewöhnlich gefährlich heraus: Hier entfallen 23,3 Prozent aller Resultate auf die Risikostufen gelb und rot. Zu den betreffenden Suchbegriffen gehören beispielsweise «iPod Nano», «MP3 Musik-Downloads» und «winmx». Ebenfalls ein überdurchschnittlich hohes Risiko bergen mit einem 6,7-prozentigen Anteil gefährlicher Links die Ergebnisse zur Google-Zeitgeist-Kategorie «Kinderfavoriten», zu der Suchbegriffe wie «Pu der Bär» oder «Tweety» zählen.

Neue Erkenntnisse seit Mai 2006

Gegenüber der ersten Studie ist der Anteil von Websites der Gefahrenstufen rot und gelb an allen analysierten Suchmaschinenergebnissen von 5 Prozent auf 4,4 Prozent gesunken – ein Rückgang um 12 Prozent. Darüber hinaus hat es Verschiebungen hinsichtlich der relativen Sicherheit der einzelnen Betreiber gegeben: Während Google, AOL und Ask nun weniger riskante Ergebnisse liefern, hat sich bei Yahoo! und MSN der Prozentsatz von Links zu gefährlichen Seiten erhöht. Bei gesponserten Suchmaschinenergebnissen ist der Anteil von rot oder gelb markierten Seiten im Vergleich der beiden Studien um 5,9 Prozent zurückgegangen: Betrug der entsprechende Anteil im Mai 2006 noch 8,5 Prozent, so beläuft er sich nun auf 8 Prozent. (pd/hs/keine)