WIRTSCHAFT
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Bührer wird neuer Präsident von economiesuisse

Montag, 25. September 2006 / 16:58 Uhr
aktualisiert: 18:02 Uhr

Zürich - Der Schaffhauser FDP-Nationalrat Gerold Bührer soll Präsident des Wirtschaftsdachverbands economiesuisse werden.

Gerold Bührer war früher Finanzchef von «Georg Fischer» und sitzt aktuell im Verwaltungsrat des Unternehmens.

Die Nomination erfolgte auf Antrag der Findungskommisson. Die definitive Wahl des 58-Jährigen durch den Vorstand von economiesuisse ist auf den 20. November im Anschluss an eine ausserordentliche Mitgliederversammlung angesetzt, wie der Verband mitteilte.

Bührer werde das Präsidium, wie dies bis anhin der Fall war, ehrenamtlich führen. Mit seinem Austritt aus dem Nationalrat nach vier Legislaturperioden würde er einen Schlussstrich unter seine politisch Karriere ziehen, in der er sich vor allem wirtschafts- und finanzpolitischen Themen widmete.

Der frühere Finanzchef und heutige Verwaltungsrat des Industriekonzerns Georg Fischer soll economiesuisse in ruhigere Gewässer führen, nachdem ein Streit um die Ausrichtung entbrannt ist.

Swissmem war ausgestiegen

Vertreter des Werkplatzes Schweiz fühlen sich gegenüber den global ausgerichteten Finanz- und Pharmaunternehmen benachteiligt. Einige Mitglieder, darunter der wichtige Verband der Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie (Swissmem), hatten sogar vorsorglich die Mitgliedschaft gekündigt.

Der Industrieverband Swissmem erhofft sich von Bührer neuen Schwung bei den Gesprächen über die Arbeitsteilung zwischen Wirtschaftsdachverband und den Branchenorganisationen.

Forster musste unfreiwillig verlängern

Bei economiesuisse wurde die Lage vor rund einem Monat noch verschärft, weil der bisherige Präsident, Ueli Forster, seine Amstzeit unfreiwillig verlängern musste. Denn sein designierter Nachfolger, Andreas Schmid, trat nach einem verlorenen Machtkampf mit dem Management als Kuoni-Präsident zurück und verzichtete nur wenige Tage vor dem geplanten Amtsantritt auf das Präsidium.

Schmid war ohnehin umstritten, weil er der Zürcher Finanzwelt zugerechnet wurde. Bührer hingegen, der eng mit Schaffhausen verbunden ist, gilt als integrierender Vertreter der Industrie, nicht zuletzt auch der Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU).

(fest/sda)


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