ENERGIE
Anzeige
Durchbruch bei Forschung zu synthetischem Sprit

Freitag, 20. Dezember 2013 / 10:52 Uhr

West Lafayette - Forscher der amerikanischen Purdue University haben wichtige Fortschritte bei der Forschung zur Herstellung synthetischen Treibstoffs aus roher Biomasse gemacht. In einem Test gelang ihnen die Konversion grosser Partikel von Kiefernholz-Kohle in einem Vergasungsprozess.

Kiefernholz-Verwertung soll die Herstellung billiger und effizienter machen.

«Im Gesamtzusammenhang betrachtet, ist diese Forschung ein Beitrag zum Erreichen einer nachhaltigeren Wirtschaft mit synthetischem Treibstoff», sagt Indraneel Sircar, Co-Autor des wissenschaftlichen Reports zu den Versuchsergebnissen, die im März im Journal «Fuel» veröffentlicht werden.

Weniger Erdöl-Abhängigkeit

Die Experimente im Forschungslabor der Universität fokussieren auf die Klärung der Vorgänge, wie Biomasse in speziellen Vergasungsreaktoren zerfällt. «Die Ergebnisse zeigen, dass die Vergasungsrate für relativ grosse Partikel vergleichbar ist mit den Resultaten von Laborstudien, bei denen viel kleinere Partikel verwendet wurden», erklärt Sircar. Zurzeit werden synthetische Treibstoffe Benzin und Kerosin beigemischt, um Leistungssteigerungen bei der Anwendung in Autos und Flugzeugen zu erzielen.

Neue Technologien wären sehr nützlich, um die Kosten für die Herstellung dieser Mischungen zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Studien-Autor Jay Gore ist angesichts der neuen Erkenntnisse sehr optimistisch: «Diese Untersuchung, insbesondere in Hinblick auf das überall erhältliche Kiefernholz, bringt uns einen Schritt weiter auf dem Weg, dieses Material zur Massenproduktion von synthetischem Treibstoff zu verwenden. Dieser ist dann für die US-Verkehrstransport-Infrastruktur nutzbar und kann so unsere Abhängigkeit von Erdöl reduzieren.»

Herstellung auch aus Abfall

Die Experimente sollen auch Möglichkeiten aufzeigen, wie die Herstellung von synthetischen Treibstoffen mit weniger Kohlendioxid als bei konventionellen Methoden erfolgen kann, während gleichzeitig die erzeugte Menge von Treibstoff steigen soll. Dies wollen die Forscher erreichen, indem sie Wasserstoff in den Kohle-Biomasse-Reaktor hinzufügen - auch eine Technik, die in der Purdue University entwickelt wurde. Bereits 2009 hatten Forschungsergebnisse gezeigt, dass mit dieser Vorgehensweise Kohlendioxid um 40 Prozent zurückgeht.

Die vorliegende Untersuchung ist Teil eines grösseren Vorhabens an der Universität, um ein System zu entwickeln, um grosse Mengen synthetischen Treibstoffs aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten, Kohle oder anderer Biomasse herzustellen, die dann in ein Gas umgewandelt werden, so dass sie schliesslich in flüssigen Treibstoff konvertierbar sind. In die Forschung fliessen auch Erkenntnisse aus der Luft- und Raumfahrttechnik ein. Finanziert wird das Vorhaben von der US Air Force.

(ig/pte)


Artikel-Empfehlungen:
Diesel-Autos führen zu mehr Schadpartikeln als Benziner22.Okt 22:17 Uhr
Diesel-Autos führen zu mehr Schadpartikeln als Benziner
Meiste Biotreibstoffe verlagern nur die Umweltbelastungen24.Sep 11:55 Uhr
Meiste Biotreibstoffe verlagern nur die Umweltbelastungen
Durchbruch: Benzin aus Wasser, CO2 und Sonnenlicht5.Jan 08:26 Uhr
Durchbruch: Benzin aus Wasser, CO2 und Sonnenlicht