NAHRUNGSMITTEL
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Kampf gegen Armut mit Kartoffeln

Dienstag, 12. Februar 2008 / 14:08 Uhr
aktualisiert: 16:20 Uhr

Bern - Nachdem die UNO 2008 zum «Jahr der Kartoffel» erklärt hat, setzt nun auch die Swissaid im Kampf gegen den Hunger auf die Knolle. Diese sei genügsam, ertragreich und gesund, hielten Vertreter der Entwicklungshilfe-Organisation fest.

Stammland der Kartoffel: Ernte in Bolivien.

Noch immer würden mehr als 860 Millionen Menschen auf der Erde hungern, obwohl genügend Lebensmittel für alle produziert werden könnten, sagte Swissaid-Geschäftsführerin Caroline Morel vor den Medien in Bern gemäss Redetext. Die Kartoffel habe das Potenzial, das Hungerproblem zu lösen.

Um mehr über die Möglichkeiten des Kartoffelanbaus zu erfahren, reisten vor zwei Wochen sieben Schweizer Bauern und Bäuerinnen nach Ecuador. Dort sei klar geworden, dass die kleinbäuerliche Produktion, lokale Märkte und der biologische Landbau entscheidend für den Erfolg der Kartoffelproduktion seien, sagte Morel.

Sortenvielfalt statt Monokultur

Swissaid fordert darum politische Rahmenbedingungen, welche die kleinbäuerliche Produktion fördern. Die Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik auf internationale Märkte ziele dagegen in die falsche Richtung. Anzustreben sei vielmehr die Selbstversorgung der Bevölkerung.

Wichtig sei daneben die Sortenvielfalt: Der Anbau unterschiedlicher Sorten schütze die Bauern vor Erneausfall infolge Kartoffelkrankheiten. Es sei darum wichtig, dass die Bauern eigenes Saatgut verwendeten. Gentechnisch veränderte Kartoffeln seien diesbezüglich eine grosse Gefahr für die Selbständigkeit der Bauern.

(ht/sda)


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