INDUSTRIE
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Letzter Interessent von BenQ abgesprungen

Samstag, 24. Februar 2007 / 14:03 Uhr

München - Der insolvente Handy-Hersteller BenQ Mobile mit einst mehr als 3000 Beschäftigten steht vor der Zerschlagung. Der letzte Interessent hat abgewunken.

An einer Übernahme von BenQ hatten mehrere potenzielle Investoren Interesse gezeigt.

«Es gibt keine realistische Chance mehr, dass das Unternehmen als Ganzes verkauft werden kann», sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Mitarbeiter von Prager hätten den Gläubigerausschuss Ende vergangener Woche darüber informiert, dass die Gespräche mit den letzten verbliebenen Interessenten zu keinem Ergebnis geführt hätten.

Gescheiterte Übernahme von Siemens

Der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ Corp. hatte die frühere Siemens-Handysparte 2005 einschliesslich einer Mitgift von mehreren hundert Millionen Euro übernommen. Nach Umsatzrückgängen und Marktanteilsverlusten drehte die neue Mutter der Tochter aber rund ein Jahr später den Geldhahn zu.

Ende September vergangenen Jahres meldete BenQ Mobile Insolvenz an. Die meisten Beschäftigten verloren ihren Job und mussten in zwei Transfergesellschaften in Bayern und Nordrhein-Westfalen wechseln.

Die Pleite löste auch heftige Proteste gegen Siemens in der Öffentlichkeit und bei den Beschäftigten aus, die sich von ihrem früheren Arbeitgeber im Stich gelassen fühlten. Siemens richtete darauf einen Hilfsfonds ein und stellte Mittel für die beiden Transfergesellschaften zur Verfügung.

Keine überzeugende Finanzierung

An einer Übernahme des insolventen Unternehmens hatten mehrere potenzielle Investoren Interesse gezeigt, doch konnte keiner von ihnen ein überzeugendes Finanzierungskonzept vorlegen.

Zuletzt seien nur noch einige wenige Interessenten übrig gewesen, sagte die Sprecherin Pragers, nannte aber weder Namen noch Details. Es sei bereits absehbar gewesen, dass es keine Aussichten mehr auf eine Rettung des Unternehmens gebe.

(bert/sda)


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