MEDIEN
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'NZZ am Sonntag' konkurrenziert sich selbst

Mittwoch, 13. März 2002 / 11:10 Uhr

Bern - Die Lancierung der 'NZZ am Sonntag' wird zu keinem 'Erdrutsch' in der Medienlandschaft führen - höchstens zu kleineren Beben. Dies ist die Einschätzung des Branchenkenners Andy Lehmann.


Lehmann, früherer Leiter der zweitgrössten Media-Agentur Optimedia und heute selbständig, hält es für unmöglich, dass eine der drei Sonntagszeitungen Schiffbruch erleiden könnte. Nach der Lancierung der neuen 'NZZ'-Publikation wird es nach 15 Jahren somit wieder drei Sonntagszeitungen in der Deutschschweiz geben.

Die neue Sonntagszeitung werde sich ihre Stellung auf dem Anzeigen- und Leser-Markt erobern, wobei die 'NZZ' im Anzeigenmarkt selber einen Teil der Zeche bezahlen werde, sagte er. Viele Inserenten der Wochenausgaben würden künftig auf die 'NZZ am Sonntag' ausweichen.

Bei den Sonntagstiteln werde die 'SonntagsZeitung' mehr Federn lassen müssen als der 'SonntagsBlick', glaubt der Geschäftsführer des Mediahauses Seefeld. Mit merklichen Inserate- und Abonnenten-Einbussen müssten auch Wirtschafts-Wochentitel wie 'Cash' oder die 'Handelszeitung' rechnen. 

Ebenfalls kleiner werde das Inserate- und Abonnenten-Volumen für die anderen wöchentlich erscheinenden Magazine, etwa für 'Facts'. Zu einem eigentlichen 'Erdbeben' werde es in der Medienlandschaft aber nicht kommen. 

Zwar würde das eine oder andere Blatt wegen der Mindereinnahmen mit leicht reduziertem Umfang erscheinen, der Leserschaft werde dies aber kaum auffallen. Zudem prognostiziert er für den Herbst wieder einen wachsenden Werbemarkt, so dass der Kuchen für alle wieder grösser werde.  


 

(dev/sda)