TECHNOLOGIE
Anzeige
Neuro-Headset bremst Auto bei Ablenkung des Fahrers sofort ab

Dienstag, 5. November 2013 / 09:39 Uhr

Perth/Salzburg - Dank des «Attention Powered Cars» haben gefährliche Ablenkungen während des Autofahrens künftig keine Chance mehr.


Das mit dem Spezialsystem ausgestattete Fahrzeug ist vom Royal Automobile Club of Western Australia in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Emotiv entwickelt worden. Mithilfe einer Software wird die Gehirnaktivität des Lenkers über ein Headset mit den Automotoren in Verbindung gesetzt. Treten etwaige Störfaktoren auf, so wird ein Signal an das Fahrzeug gesendet und dieses bremst automatisch ab.

Reaktion muss angekündigt werden

«Die Ablenkung während des Autofahrens ist grundsätzlich ein durchaus akutes Problem. Da es viele Quellen von Distraction gibt, die während des Fahrens zum Tragen kommen, ist es wichtig, verschiedene Messkanäle (Multi-Level Measurement) heranzuziehen, um diese festzustellen und entsprechend darauf zu reagieren», schildert Manfred Tscheligi, Experte für Ablenkung im Auto und Leiter des Christian Doppler Labors «Contextual Interfaces» an der Universität Salzburg, gegenüber pressetext.

Dabei könnte sich das System als hilfreich erweisen. «Wenn man dieses Konzept als einen dieser Kanäle im Multi-Level Measurement begreift, so ist ein solcher Ansatz sicher interessant, um Ablenkung zu konstatieren», erläutert der Experte. Dennoch gäbe es noch Optimierungspotenzial. «Das unmittelbare Reagieren des Fahrzeugs ist mit Vorsicht zu betrachten. Hier benötigt der Fahrer jedenfalls eine Rückmeldung, wie das Fahrzeug mit der Feststellung von Ablenkung umgehen wird, bevor es automatisch passiert», erklärt Tscheligi.

Sensoren ermitteln Gehirnaktivität

Das Headset verfügt über 14 unterschiedliche Sensoren, welche die elektrische Aktivität im Frontallappen, Parietallappen, Temporallappen sowie Occipitallappen des Gehirns überwachen. Wird der Lenker durch einen Störfaktor abgelenkt, so sendet die Software ein Signal an das Fahrzeug, wodurch dieses auf der Stelle abgebremst wird. Mithilfe dieses Devices kann nicht nur ermittelt werden, ob sich der Fahrer statt auf den Verkehr auf das Radio konzentriert oder seinen Kopf länger von der Strasse abwendet, sondern auch, ob die Blinkgeschwindigkeit konstant bleibt. Die Technologie wurde erstmals in einem Honda i40 getestet.

(ig/pte)


Artikel-Empfehlungen:
Freescale will Autos besser sehen lassen22.Mai 15:46 Uhr
Freescale will Autos besser sehen lassen
Radarwaffe lässt Motoren absterben5.Dez 10:41 Uhr
Radarwaffe lässt Motoren absterben
Smartphones im Auto bleiben tödliches Risiko13.Nov 08:58 Uhr
Smartphones im Auto bleiben tödliches Risiko
Prognose 2025: Internet in 60 Prozent aller Autos3.Sep 08:56 Uhr
Prognose 2025: Internet in 60 Prozent aller Autos
Führt ein Handy am Steuer wirklich zu mehr Unfällen?12.Aug 09:10 Uhr
Führt ein Handy am Steuer wirklich zu mehr Unfällen?
Toyota präsentiert computergesteuertes Auto8.Jan 11:43 Uhr
Toyota präsentiert computergesteuertes Auto
Unaufmerksamkeit laut bfu häufige Ursache von schweren Unfällen21.Feb 20:04 Uhr
Unaufmerksamkeit laut bfu häufige Ursache von schweren Unfällen