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Schweizer Börse erholt - Druck auf ABB

Mittwoch, 13. Februar 2008 / 18:24 Uhr

Zürich - Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch nach einem schwächeren Verlauf im späten Geschäft im Sog guter US-Daten wieder erholt und knapp unter dem Vortagesniveau geschlossen.

ABB wurde trotz einem Rekordgewinn mit einem Kursverlust bestraft.

Der Standardwerteindex SMI schloss um 0,14 Prozent tiefer bei 7536 Zählern. Am Vortag hatte der SMI 2,7 Prozent gewonnen. Der breite SPI gewann 0,05 Prozent auf 6168 Punkte.

Die Aktie des Elektrotechnikkonzerns ABB sackte zweitweise um gut 10 Prozent ab. Zuletzt betrug das Minus noch 5,1 Prozent. ABB-Aktien gerieten unter Druck, weil Konzernchef Fred Kindle die Firma trotz eines Rekordgewinns im abgelaufenen Jahr aufgrund von «unüberbrückbaren Differenzen über die Führung des Unternehmens» zurücktritt.

Händler verwiesen auf die fehlenden Begründung für den Abgang und die Unsicherheit über die weitere Marschrichtung, die mit Kindles Rücktritt entstanden sei. Kindle geniesst in Finanzkreisen einen guten Ruf.

Pharmamultis im Plus

Der Genussschein von Roche profitierte von einer Meldung der US-Tochter Genentech. Demnach hat eine zweite Phase-III-Studie mit Avastin zur Erstbehandlung von metastasierendem Brustkrebs den Nutzen des Medikaments für Brustkrebspatientinnen bestätigt. Roche legten gut zwei Prozent zu. Die Papiere der Roche-Grossaktionärin Novartis stiegen um 0,9 Prozent.

Und auch die Aktie von Lonza profitierte von den positiven Roche-Nachrichten. Lonza produziert Wirkstoffe für Avastin. Lonza erreichten mit 145 Fr. ein Rekordhoch. Zuletzt betrug das Plus noch fast drei Prozent auf 144.60 Franken.

Von Übernahmegerüchte stimuliert wurden die Aktien des Raffineriebetreibers Petroplus. Die stets volatil gehandelten Aktien gewannen rund 2,9 Prozent.

Von Nobel Biocare zu Straumann

Die Aktien des Zahnimplantate-Herstellers Nobel Biocare verloren weitere drei Prozent. Der Konzern hatte am Montag ein Ergebnis vorgelegt, das die Markterwartungen verfehlt hatte. Händler sprachen auch von Umschichtungen in die Aktien von Konkurrent Straumann, die rund zwei Prozent gewannen.

Sulzer zogen 2,7 Prozent an. Nach Börsenschluss bestätigte sich die Händlerspekulation, dass Focus Capital bei der Firma ausgestiegen sei. Der Ausstieg war erwartet worden und hatte die Aktie belastet.

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse gingen mit leichten Verlusten aus dem Markt. UBS informierte zudem darüber, dass Jerker Johansson zum Chairman und CEO der Investment Bank der UBS werden soll. Johansson kommt von der US-Bank Morgan Stanley. «Bei UBS stehen mehr die für Donnerstag angesagten Detail-Ergebnisse im Fokus», sagte ein Händler.

Julius Bär, deren Titel am Vortag kräftig gestiegen waren, gaben leicht nach. Die Privatbank will gemäss Angaben vom Vorabend die US-Asset-Management-Tochter an die New Yorker Börse bringen. Damit haben sich seit längerem an der Börse kursierende Gerüchte bestätigt. Und wenn alles klappt, könnten die Bär-Aktionäre mit einer Erweiterung des Aktienrückkaufprogramms rechnen.

Die Versicherer tendierten fest. Zurich gewannen am Tag vor dem Jahresabschluss 1,15 Prozent auf 303.75 Franken. Unter Druck standen am Tag vor dem Jahresabschluss Clariant, die gut ein Prozent verloren. Galenica verloren wieder fünf Prozent und Micronas gaben gut vier Prozent ab.

(rr/sda)


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