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Swisscom: Personalisierte Werbung ist abschaltbar

Sonntag, 13. September 2015 / 12:05 Uhr
aktualisiert: 21:59 Uhr

Bern - In einem Interview, in dem er unter anderem über die gemeinsame Werbevermartkungsfirma mit Ringier und SRG sprach, versprach Swisscom-Chef Urs Schaeppi einen sensiblen Umgang mit Kundendaten. Solche würden nur anonymisiert und aggregiert verwendet.

Urs Schaeppi, CEO Swisscom: «Wer keine personalisierte Werbung wünsche, werde auch keine solche zu sehen bekommen.»

Wer keine personalisierte Werbung wünsche - und solche ist ein erklärtes Ziel des Joint Ventures der drei Unternehmen -, werde auch keine solche zu sehen bekommen, sagte Schaeppi gegenüber der «NZZ am Sonntag». Swisscom wird demnach nicht nur eine solche Opting-Out-Möglichkeit anbieten, sondern ihr Vorgehen bei der Datenauswertung auch von einer Ethikkommission prüfen lassen. «Persönliche Daten unserer Kunden verkaufen wir nicht.»

Schaeppi wies im Interview aber auch darauf hin, dass das Gemeinschaftsunternehmen von Swisscom, Ringier und SRG eigentlich nichts Neues vorhabe. «Wenn man im Internet surft, stösst man regelmässig auf personalisierte Werbung.»

Die Forderungen anderer Unternehmen nach einem freien Zugang auf die Swisscom-Daten für alle konterte er damit, dass Swisscom ein börsenkotiertes Unternehmen sei und die Daten im freien Wettbewerb gewinne. «Verlage wie etwas Tamedia haben auch Daten, die sich für die Werbevermarktung eignen.», sagte Schaeppi, um rhetorisch zu fragen, ob die Swisscom diese Daten auch gratis erhalten würde.

Dass die Eidgenössische Wettbewerbskommission den Zusammenschluss von SRG, Swisscom und Ringier bei der Werbevermarktung nun eingehend untersucht, überrascht Schaeppi indes nicht. Er wünscht sich, dass die Weko bei ihrer Beurteilung nicht in die Vergangenheit schaut, sondern sich überlege, wie der Werbemarkt in zwei bis drei Jahren funktionieren wird.

Kritik äussert der Swisscom-Chef aber gegenüber jenen, die sich gegen das noch namenlose Joint Venture des Telekom-Konzern mit den beiden Medienhäusern stellen. Bevor überhaupt ein Angebot entstanden sei, werde dagegen geschossen. «Mit dieser Einstellung verunmöglicht man jede Innovation.» Denn wenn nicht ein Schweizer Akteure einen solchen Schritt mache, dann werde es einer aus dem Ausland tun.

(asu/sda)


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