PHARMA/BIOTECH
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Teilerfolg für Roche

Dienstag, 15. Juni 2004 / 20:20 Uhr

Washington - Die Basler Roche hat zusammen mit anderen Pharmakonzernen in den USA einen wichtigen Teilerfolg errungen. Der Oberste Gerichtshof hat die Klagen wegen eines weltweiten Vitaminkartells abgewiesen.

Nach Auffassung der Kläger hatten Preisabsprachen zum Kauf von überteuerten Produkten geführt.

Ausländische Firmen können nun nicht automatisch eine Klage wegen möglicher Preisabsprachen vor US-Gerichten erzwingen. Das Oberste Gericht hat das anderslautende Urteil eines Berufungsgerichts aufgehoben und den Fall an ein untergeordnetes Gericht zurückgewiesen.

Kartellrechts-Klagen ausländischer Käufer gegen ausländische Firmen seien in den USA allerdings zulässig, wenn bewiesen werden könne, dass der Handel in den USA betroffen sei.

Anwendung der US-Kartellgesetzgebung

Zugleich betonte das Gericht in seinem Urteil, dass eine Anwendung der US-Kartellgesetzgebung auf ausländische Firmen die Fähigkeit anderer Länder zur Regulierung ihres Handels behindern würde.

In dem Rechtsstreit hatten im Jahr 2000 fünf Firmen aus Australien, Ecuador, Panama und der Ukraine vor US-Gerichten auf Schadenersatz von grossen Herstellern wie Roche, der BASF und Aventis geklagt. Nach Auffassung der Kläger hatten Preisabsprachen zum Kauf von überteuerten Produkten geführt.

Roche zufrieden

Roche zeigte sich zufrieden mit dem Gerichtsentscheid. Wir sind sehr zufrieden mit der Entscheidung, heisst es in einem Communiqué. Roche gibt sich darin zuversichtlich, dass auch der letzte Streitpunkt zu ihren Gunsten beigelegt wird.

Der Pharmakonzern war von der Europäischen Kommission als Kartellführer ausgemacht worden. Auch BASF sieht weiteren Klagen im Zusammenhang mit dem Entscheid des US-Gerichts zuversichtlich entgegen.

(bsk/sda)