FUSIONEN/ÜBERNAHMEN
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Weko genehmigt Verkauf von Fust an Coop

Montag, 26. November 2007 / 07:54 Uhr
aktualisiert: 10:52 Uhr

Bern - Der Grossverteiler Coop darf von Jelmoli die Elektrogerätekette Fust übernehmen. Die Wettbewerbskommission (Weko) sieht den Wettbewerb gewahrt und bewilligt die Übernahme mit lediglich zwei Auflagen.

Bisher gehörten Fust und der ebenfalls veräusserte Onlineshop Netto24 zur Jelmoli Holding.

Mit Ausnahme des Bereichs Kleinhaushaltgeräte gebe es keine Anhaltspunkte für wettbewerbsrechtliche Bedenken, teilte die Weko mit. Die vertiefte Prüfung habe ergeben, dass auf den wesentlichen Märkten genügend Wettbewerber vorhanden seien und ausserdem der Markt für ausländische Unternehmen offen sei.

Da die Coop-Gruppe im Bereich Kleinhaushaltgeräte zusammen mit Konkurrentin Migros eine marktbeherrschende Stelllung einnehmen könnte, macht die Weko hier zwei Auflagen.

Coop muss auf Exklusivitätsabsprachen mit den Lieferanten verzichten und Fust muss im Bereich Kleinhaushaltgeräte während fünf Jahren eine eigenständige Sortiments-, Preis- und Aktionspolitik betreiben.

Keinen Rekurs von Coop

Coop legt gegen die Auflagen keinen Rekurs ein. «Wir werden die beiden Auflagen der Weko akzeptieren», sagte Konzernsprecherin Susanne Erdös. «Diese sind für uns nicht gavierend, weil wir sowieso Fust als eigenen Kanal selbstständig weiterführen wollen», sagte die Sprecherin auf Anfrage. Denn Fust sei im Markt anders positioniert als Interdiscount.

«Wir sind sehr erfreut, dass die Weko festgestellt hat, dass der Markt bei Unterhaltungselektronik sowie bei Haushalts- und Küchengeräten spielt», sagte Erdös. Die Synergien von 10 bis 30 Mio. Franken, die Coop-Chef Hansueli Loosli bei der Ankündigung der Übernahme geortet habe, seien immer noch erreichbar.

Keine Nachteile für Mitarbeiter

Die Mitarbeiter von Fust blieben so angestellt wie bisher und hätten durch die Übernahme keinerlei Nachteile. «Es werden alle 1900 Angestellten übernommen», sagte Erdös.

Bisher gehörten Fust und der ebenfalls veräusserte Onlineshop Netto24 zur Jelmoli Holding. Die Transaktion werde wie vorgesehen Ende November 2007 vollzogen, schreibt Jelmoli in einer Mitteilung. Die Auflagen der Weko hätten keinen Einfluss auf den vereinbarten Kaufpreis, der sich gemäss früheren Angaben auf 990 Mio. Fr. beläuft.

(smw/sda)


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